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Lokalseite St. Ingberter Zeitung

Datum: Mittwoch, 21. Januar 2004

Einsatzkräfte ziehen sich neben dem Feuerwehrauto um

Niederwürzbacher Wehr fordert Anbau ans Gerätehaus - Löschbezirksführer: "Wir brauchen dringend neue Räume"

Niederwürzbach (red). Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Niederwürzbacher Feuerwehr stand das Thema Anbau an das Feuerwehrhaus. Denn die Wehr benötigt dringend Umkleide- und Sanitärräume. "Es ist ein unhaltbarer Zustand, unter welch beengten und unfallträchtigen Verhältnissen die alarmierten Wehrleute in der Einsatzhektik ihre Schutzausrüstung anziehen müssen. Die Leute stehen direkt neben den Einatzfahrzeugen und sind in einem etwa nur ein Meter breiten Korridor den Auspuffgasen ausgesetzt", unterstrich Löschbezirksführer Henry Servatius die Dringlichkeit des Anliegens. Mögliche Unfallgefahren hat auch die zuständige Berufsgenossenschaft, die Unfallkasse Saar, anlässlich eines Ortstermins festgestellt. Die Unfallkasse hat die Stadt daher angemahnt, für Abhilfe zu sorgen.

Zu Eigenleistungen bereit

Mit einem Anbau an das Feuerwehrhaus direkt an die Fahrzeughalle könnte dieses Problem gelöst werden. Neben separaten Umkleideräumen für Männer und Frauen sollten auch entsprechende sanitäre Einrichtungen geschaffen werden. "Denn viele Einsätze müssen heutzutage unter Einsatz von Atemschutzgeräten und Schutzausrüstung durchgeführt werden; das Gleiche gilt für die praktischen Ausbildungsmaßnahmen. Nach diesen schweißtreibenden Tätigkeiten müssen doch Duschmöglichkeiten vorhanden sein", stellte Servatius fest.

"Wer die Gleichberechtigung für Frauen propagiert und den Feuerwehrdienst für Frauen öffnet, muss auch die notwendigen baulichen Maßnahmen für getrennte Umkleide- und Duschräume in die Wege leiten", wandte sich Servatius an die kommunalpolitischen Entscheidungsträger. Da auch die Feuerwehr in Niederwürzbach längst keine reine Männerdomäne mehr sei, müsste nicht zuletzt auch aus diesem Grund der Anbau realisiert werden. Der Löschbezirk sei auch bereit, sich an den Baumaßnahmen mit Eigenleistungen zu beteiligen.

Der Wehrführer in der Stadt Blieskastel, Wolfgang Nehlig, sah ebenfalls die Notwendigkeit eines Anbaues und erläuterte: "Nach dem in Übereinstimmung mit allen Löschbezirksführern erarbeiteten Prioritätenkatalog für anstehende Investitionsmaßnahmen im Bereich des Feuerwehrwesens der Stadt Blieskastel steht der Anbau an das Feuerwehrhaus in Niederwürzbach jetzt auf dem ersten Rang." Nehlig wird sich bei den jetzt anstehenden Vorberatungen für den Haushalt 2004 dafür einsetzen, dass entsprechende Mittel eingestellt werden. Löschbezirksführer Henry Servatius will die Angelegenheit schnellstmöglich mit den Niederwürzbacher Mandatsträgern erörtern und dort um Unterstützung für das Anliegen des Löschbezirkes werben.

Bei der Personalsituation der Niederwürzbacher Wehr konnte Löschbezirksführer Henry Servatius eine leichte Verbesserung vermelden. Zurzeit gehören eine Feuerwehrfrau und 31 Feuerwehrmänner dem Löschbezirk an. Die Sollstärke liege zwar bei 37 aktiven Feuerwehrangehörigen, doch gegenüber dem Jahr 2002 verstärkten immerhin drei Neueintritte und zwei Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr die Aktiven-Zahl.

Die Jugendfeuerwehr erfreut sich zurzeit mit 18 Mitgliedern, davon zehn Mädchen, ohnehin eines großen Zuspruchs "Das lässt uns optimistischer in die Zukunft schauen", so Servatius. Es gäbe dennoch keinen Grund zur Entwarnung. Man werde sich zusammensetzten und überlegen, wie man weitere Bürgerinnen und Bürger für den aktiven Feuerwehrdienst gewinnen kann.

Im abgelaufenen Jahr 2003 wurde die Feuerwehr Niederwürzbach zu 18 Einsätzen gerufen, wobei rund 275 Einsatzstunden abgeleistet wurden. "Ein normaler Jahresverlauf also", so Servatius im Hinblick darauf, dass im Jahr 2002 ebenfalls 18 Einsätze zu Buche standen. Von den 1560 möglichen Übungsstunden leistete die Wehr gerade einmal 61,7 Prozent ab. Servatius begründet dies mit der relativ hohen Anzahl an Wechselschichtarbeitern im Löschbezirk.






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