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Gefahren im Haushalt

Jahr für Jahr rücken Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu Einsätzen in Privathäusern aus. Oftmals ist es Leichtsinn, der die Bewohner in Lebensgefahr bringt. Jährlich sterben in Deutschland über 800 Menschen durch Brände im häuslichen Bereich. Der vorbeugende Brandschutz hilft Gefahren zu erkennen und zu beseitigen. Wir möchten Ihnen Möglichkeiten der Beseitigung von Gefahrenquellen aufzeigen.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie viele Gefahren in Ihrem Haushalt lauern und welche Vorsichtmaßnahmen Sie ergreifen können um Ihr Zuhause sicherer zu machen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Keller
  2. Küche
  3. Wohnzimmer
  4. Bad
  5. Bügelzimmer
  6. Schlafzimmer
  7. Fettexplosion
  8. Staubexplosion

Keller

Elektrische Geräte geben bei Betrieb und auch bei Bereitschaft ("standby") Wärme ab. Damit diese überschüssige Wärme abziehen kann, muss ein Mindestabstand zu Einrichtungsgegenständen geschaffen werden. Kann die entstehende Hitze durch die Umluft nicht abgeführt werden, kommt es zum Hitzestau. Bei der Aufstellung und Verkabelung sollte man darauf achten die am Boden liegenden Kabel, sowie Mehrfachstecker in einer gewissen Höhe befestigt werden, da es bei einem größeren Wasserschaden, z.B. Rohrbruch oder Hochwasser, zu einem Kurzschluss kommen kann. Achten Sie bei Arbeiten mit elektrischen Geräten im Keller darauf, dass von allen Geräten nach Beendigung der Arbeiten der Stecker gezogen wird. Durch einen Defekt können unbeobachtet Geräte leicht einen Brand entfachen. Im Keller ist vor allem die Waschmaschine eine große Gefahrenquelle.

Bei Arbeiten wie Schweißen, Löten oder auch Sägen kommt es zu mittleren bis sehr hohen Temperaturen von bis zu 2500 °C (Direkt an der Schweißstelle). Diese Arbeiten sollten nach Möglichkeit im Freien oder in großen gut belüfteten Räumen durchgeführt werden. Bei solchen Arbeiten ist größte Sorgfalt zu beachten. Achten Sie auf einen größtmöglichen Abstand zu brennbaren Gegenständen (Gefahr von Funkenflug!!). Sind Arbeiten in brennbaren Bereichen auszuführen, sollten diese besonderst geschützt werden, am besten z. B. mit einer Feuerlöschdecke oder einer Gipsglasfaserplatte. Diese Platte bekommen Sie im Handel unter der Bezeichnung "Feuerschutzplatte". Grosse Vorsicht ist bei Sägearbeiten geboten. Durch Aufwirbelungen des Sägestaubes kann ein Funke bereits genügen, um den Staub zu entzündet. Es kann zu einer Staubexplosion kommen. Egal was Sie für ein Material gesägt haben, entfernen Sie direkt größere Mengen von angesammeltem Sägestaub. Keller und Garagen dienen oft als Lagerstädte von Chemikalien. Lacke, Lösungsmittel, Farben, Gasflaschen und Benzinkanister sind tickende Zeitbomben. Sie können durch Hitze oder Funken explodieren oder entzündet werden. Ein harmloser Kellerbrand kann der Feuerwehr das Leben schwer machen, wenn im Keller diese zusätzlichen Gefahren lauern. Austretende Dämpfe können bereits ab einer bestimmten Konzentration beim betätigen des Lichtschalters zur Verpuffung oder Explosion führen. Deshalb sollten Lacke, Farben sowie andere Lösungsmittel immer verschlossen gehalten werden. Am besten lagern Sie diese in abschließbaren Metallschränken.

Küche

Sie kennen das bestimmt auch. Das Essen steht auf dem Herd und das Telefon klingelt bzw. es klingelt an der Haustür. Schnell ist der Herd vergessen und es kommt unter Umständen zum Knall. Auch wenn man meint es dauert nicht lange, achten Sie darauf, dass der Herd ausgeschaltet ist. Speiseöle und Fette können bereits ab einer Temperatur von 200 - 300 °C entzünden. Ein normaler Herd leistet leicht bis zu 500 Grad. Verwenden Sie bei Fettbränden niemals Wasser zum löschen. 1 Liter Wasser ergibt, wenn Sie es in brennendes Fett gießen, 1700 Liter Wasserdampf. Dies führt zu einer sog. Fettexplosion, das heißt, dass Fett verteilt sich explosionsartig im Raum und kann auch Sie in Mitleidenschaft ziehen. Versuchen Sie solche Fettbrände, auch in der Bratpfanne, mit einem Deckel oder einer Brandschutzdecke zu ersticken.

Vergessen Sie nicht die Dunstabzugshaube über ihrem Herd. Mit der Zeit kommt es auch hier zu Fettablagerungen. Reinigen Sie von Zeit zu Zeit den Filter. Mindestens jedoch einmal im Jahr. Vermeiden Sie nach Möglichkeit mit weiten Blusen oder Pullis am Herd zu arbeiten. Die meisten Kleidungsstücke von heute haben einen hohen Kunstfaseranteil, die leicht schmelzen bzw. brennen können. Dies kann zu schlimmen Verbrennungen der Haut führen. Der Herd sollte auch nicht als Ablagefläche beim Kochen dienen. Elektrogeräte, die eine große Hitze bei Betrieb entwickeln können, z.B. Mikrowelle, Kaffeemaschine oder Wasserkocher, sollten in ausreichendem Abstand, nach Möglichkeit jedoch mindestens 50 cm zu brennbaren Gegenständen aufgebaut werden. Verwenden Sie die Mikrowelle nicht als "Wäschetrockner". Die entstehende Hitze bringt die darin befindliche Kleidung sehr schnell zum schmelzen und zum brennen. Die Kaffeemaschine sollte zum Kaffeekochen dienen und nicht über einen längeren Zeitraum als Warmhalteplatte dienen. Die Platte könnte auf Grund eines defekten Thermostates, das vor Überhitzung schützen soll, schmelzen. Legen Sie zum Schutz eine Keramikplatte unter.

Wohnzimmer

Stellen Sie Fernseher, Videorecorder und Stereoanlagen möglichst offen auf, d.h. die Geräte nicht in Schränke oder andere Möbel "einbauen". Auch sollte ein genügender Abstand zu Tapeten oder Gardinen eingehalten werden. Sie erleichtern sich somit auch arbeiten an der Gehäuserückseite.

Bei längerer Benutzung der Geräte kommt es zu einem Hitzestau. Hier sollte man bei allen Geräten versuchen einen Mindestabstand nach oben und zu den Seiten von mindestens 10-15 cm einzuhalten, um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Bitte keine Spitzendeckchen, Kerzenständer, etc. auf Fernseher oder andere Geräte legen. Auch wenn es schön aussieht, kann eine Überhitzung die Dekorationsgegenstände entfachen und einen Zimmerbrand verursachen.

Offene Kamine sind in jedem Wohnzimmer ein Blickfang und doch sollte dieser nicht unbeaufsichtigt bleiben. Viele Holzsorten haben einen großen Harzanteil. Dieser führt zu Funkenflug. Bereits ein Funken kann genügen einen Teppich bzw. ein Möbelstück in Brand zu setzen. Ein Feuerlöscher neben dem Kamin kann im Ernstfall schlimmeres verhindern. Sorgen Sie jedes Jahr für eine gründliche Reinigung des Kamins durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger. Erste Anzeichen für einen Kaminbrand sind im Hausinnern Risse im Putz oder Tapeten, die Blasen schlagen. Im Allgemeinen wird die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit einem zuständigen Schornsteinfeger den Kamin kontrolliert ausbrennen lassen da beim löschen mit Wasser derselbe Effekt erreicht wird wie bei einem Fettbrand. Der Kamin würde explodieren, da sich das Wasser um das 1700 fache ausdehnt. In den seltensten Fällen wird die Feuerwehr mit Pulver löschen. Der ausgebrannte Kamin wird gereinigt und kann dann sofort weiter betrieben werden.

Weihnachtszeit. Adventskränze und Weihnachtsbäume werden aufgestellt und geschmückt. Vorsicht beim Umgang mit echten Kerzen. Stellen Sie den Baum nicht in der Nähe von Vorhängen auf. Bringen Sie echte Kerzen so an, dass die darüber liegenden Äste sowie der Vorhang nicht in Brand geraten können. Wie beim offenen Kamin sollte auch hier geeignetes Löschgerät zur Verfügung stehen, damit es eine sorgenfreie Weihnachtszeit wird. Lassen Sie die Kerzen nicht aus den Augen, damit Sie im Notfall geeignete Maßnahmen treffen können.

Bad

Lassen Sie eventuell eingesetzte Heizlüfter nie über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt laufen. Die Gefahr einer Überhitzung besteht. Befindet sich ein Heizkörper im Bad, sollten Sie diesen nicht als Trockner verwenden. Kleidungsstücke mit Kunstfasern können leicht schmelzen und in Brand geraten. Spraydosen jeder Art werden unter oder neben Heizquellen und auf Fensterbänken (Sonneneinstrahlung) zur potentiellen Gefahrenquelle. Sonnenenergie reicht bereits aus um den Druck in einem Behälter auf ein explosionsfähiges Niveau ansteigen zu lassen.

Bügelzimmer

"Vergessen" Sie nie Ihr Bügeleisen. Bei Unterbrechungen, egal wie kurz, schalten Sie das Gerät ab und ziehen zur Vorsicht den Netzstecker. Abgesehen von hässlichen Flecken auf dem Hemd kann die Hitze des Bügeleisens zuerst den Bezug des Bügelbrettes und später Gardinen und Möbel zum brennen bringen. Hier ist die neuere Generation von schnurlosen Bügeleisen zu empfehlen da diese sich erst wieder erhitzen wenn sie in die Ladestation gestellt werden.

Schlafzimmer

Rauchen im Schlafzimmer ist ungesund (nicht nur im Schlafzimmer). Zum einen haben Sie eine unreine Luft im Raum und ferner können Ihnen auch die Augen zufallen. Die Zigarette fällt auf die Bettdecke bzw. auf den Teppichboden. Eine glimmende Zigarette führt nicht sofort zum Ausbruch eines Vollbrandes. Oftmals entzündet sich ein kleines Feuer, auch Entstehungsbrand genannt, erst viel später. Da Sie zu diesem Zeitpunkt bereits friedlich schlafen merken Sie nicht, wie sich der Brand nach und nach weiter ausdehnt. Ein Brand ist unweigerlich die Folge. Vorsicht beim Umgang mit elektrischen Wärmedecken. Bei längerer Inbetriebnahme kann es auch hier zu Überhitzungen kommen. Falls für einen romantischen Abend Kerzen im Schlafzimmer aufgestellt werden sollten, bedenken Sie: Dadurch wird dem Raum Sauerstoff entzogen und Sie werden schneller müde. Deswegen: Löschen Sie vor dem schlafen gehen die Kerzen oder lassen Sie ein Fenster leicht geöffnet.

Fettexplosion

Zu so genannten Fettexplosionen kann es immer dann kommen, wenn Wasser in eine auf über 100 °C heiße Flüssigkeit gegossen bzw. hinein gespritzt wird. Da es sich hierbei meistens um Öle oder Fette handelt, spricht man hier von Fettexplosion. Da Fette und Öle leichter sind als Wasser dringen diese in die unteren Schichten ein, wobei es schlagartig erhitzt und verdampft. Dadurch entsteht eine große Volumenvergrößerung und das Fett wird explosionsartig aus dem Gefäß geschleudert. In Verbindung mit der Luft kommt es hier zu einer explosionsartigen Verbrennung der Fetttröpfchen. Durch den aufsteigenden Feuerball kommt es zu einer großen Feuerausbreitung.

Staubexplosion

Beim Bearbeiten von verschiedenen Materialien wie z.B. Holz oder Metallen kann sehr feiner Staub entstehen. Wenn dieser Staub in einem bestimmten Verhältnis mit Luft steht und eine wirksame Zündquelle vorhanden ist kommt es mit ausreichend Sauerstoff zu einer schlagartigen Verbrennung des Staubes. Hier spricht man von einer Staubexplosion. Im Gegensatz zu einem Brand kommt es hier zu ungewöhnlich starken Druckveränderungen und starken Hitzeentwicklungen. Dies führt zur schnelleren Brandausbreitung.

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Autor: Lutz Backes






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